[Rez] Russian & Armenian Music For 2 Pianos – Duo Reine Elisabeth

Russian & Armenian Music For 2 Pianos - Duo Reine Elisabeth

Russian & Armenian Music For 2 Pianos – Duo Reine Elisabeth

Es haben sich wirklich viele CDs angesammelt und so langsam müssen die abgearbeitet werden. Dazu gehört auch die des Klavierduos Reine Elisabeth mit den Pianisten Rolf Plagge und Wolfgang Manz. Sie spielen hier Stücke ein, die bis auf eines nicht zum üblichen Repertoire gehören. Zu den Komponisten zählen Aram Khatschturian (Tänze aus dem Ballett „Spartak, Tänze aus dem Ballett ”Gayaneh“ und drei Klavierstücke für zwei Flügel), Alexander Tscherepnin (Fantasie für 2 Flügel) und schließlich Alexander Arutjunjan / Arno Babadschanjan (Armenische Rhapsodie für 2 Flügel).

Die Stücke von Aram Khatschturian sind virtuose Spielwerke. Deren musikalische Orientierung ist mit dem Säbeltanz aus dem Ballett Gayaneh hinreichend durch Funk und Fernsehen bekannt. Khatschturian ist kein Komponist für tiefseeische Erkundungen, die Musik ist kräftig gemalt und dick aufgetragen. Anders bei Alexander Tscherepnins Fantasie, die auch Zwischentöne kennt, eher – wenn man den Vergleich akzeptiert – die Farben auftupft und selbst in den kräftigen Tönen noch durchgezeichnet erscheint. Gleichwohl wird man attestieren müssen, dass umgekehrt all das, was bei Khatschturian Tanz ist, bei Tscherepnin stampft. Da scheinen einige formale Probleme nicht bewältigt (Track 11: Easter Chamber Dream). Gut, ein Traum ist selten stringent, könnte man einwenden, auch passt die Musik zu seinem Multikulturalismus, der hier Japan streift, harmonische Fortschreitungen amerikanischer Musik streift sowie klangzauberische Töne französischer Provenienz kennt, also im besten Sinne des Wortes rhapsodisch, fantastisch daherkommt. Das ist da ebenso wirkungsvoll wie wirkungslos – nämlich zu lose.

Die ”Armenische Rhapsodie“ Alexander Arutjunjan & Arno Babadschanjan ist das eigentliche Highlight der CD. Dies Stück vereinigt die besten Seiten von Tscherepnin und Khatschturian. Es ist brillant (auch brillant gespielt) aber nicht so flach wie bei Khatschturian und nicht so unartikuliert geklebt wie bei Tscherepnin.

Das Duo Reine Elisabeth spielt all das untadelig, lebhaft mitreißend. Alle Stücke wirken besser als sie vermutlich sind.

Russian & Armenian Music For 2 Pianos – Duo Reine Elisabeth
Sojuz – SOCD0003

Martin Hufner

Musikjournalist, Lektor, Fotograf.

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