Kategorie: Programmheft

Früher habe ich gelegentlich Texte für Programmhefte verfasst.

Musik als Weltraum. Foto: Martin Hufner 0

Musik als Welt-Raum – Von der musikalische Kosmologie zur phantastischen Musik des Schwebens

„Selig sind die Zeiten, für die der Sternenhimmel die Landschaft der gangbaren und zu gehenden Wege ist und deren Wege das Licht der Sterne erhellt. Alles ist neu für sie und dennoch vertraut, abenteuerlich und dennoch Besitz. Die Welt ist weit und doch wie das eigene Haus, denn das Feuer, das in der Seele...

Sensationen in der Luft. Foto: Martin Hufner 0

György Ligeti: Atmosphères für großes Orchester (1961)

Ulrich Dibelius, ein wachsamer Begleiter der neuen Musik seit den 50er Jahren erinnert sich an die erste Aufführung von György Ligetis Atmosphères: „Die Uraufführung … bei den Donaueschinger Musiktagen trug alle Anzeichen des Sensationellen. Denn diesem Grad von ,Destruktion‘ nach zehn Jahren fleißiger Konstruktion [Dibelius meint damit alle Formen seriellen Komponierens, eines systematischen Umgangs...

Foto: Martin Hufner 1

Volksfront und Avantgarde – Hanns Eisler: Deutsche Sinfonie

Zum Abschluss der längste Part des Programmhefttextes des Hamburger Konzertes von 1999. Auch hier ein paar Vorbemerkungen. Der Komponist Hanns Eisler hat es nicht leicht gehabt. Zwar war er Schüler Arnold Schönbergs, wie Anton Webern und Alban Berg. Doch im öffentlichen Musikleben hatte er immer gelitten. Seine unbestrittene kompositorische Meisterschaft ist im biographischen Durchlauf...

Foto: Martin Hufner 2

Richard Wagner: Vorspiel zu „Die Meistersinger von Nürnberg“

Vorauszuschicken ist: Mit Wagner verbindet mich nicht viel. Als Student musste (durfte — wie auch immer) ich in Philosophie referieren über Wagner Schriften „Das Kunsterwerk der Zukunft“ und „Oper und Drama“ — zwei fette Bücher (eines auch noch in Frakturausgabe — gut habe ich dabei gelernt). Der Mann hat wirklich viel geschrieben und manchmal...

Lontano. Foto: Martin Hufner 0

György Ligeti: Lontano für großes Orchester 1967

Es nimmt seinen Ausgang, sehr leise (vierfaches piano) auf dem eingestrichenen as einer Flöte und des gleichen Tones in einem Violoncello. Aus diesem Ton heraus entwickelt sich ein Musikstück, das sich wie ein Körper aus Klang im Ton- und Klangraum des Orchesters ausformt. Ligeti setzt das komplette Orchester solistisch ein und führt in der...

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Ludwig van Beethoven: Sinfonien 1 und 5, Klavierkonzert Nr. 4

Einleitung Die Gattung der Sinfonie war als Beethoven sich ihr zuwandte schon Bestandteil des bürgerlichen Konzertwesens geworden. Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn haben kompositionstechnische Maßstäbe gesetzt und auch den musikalischen Charakter dieser entscheidend Gattung geprägt: Weg vom Divertissement, der Serenade, fort vom Unterhaltungsstück hin zum selbständigen Orchesterwerk. Bei Beethoven wird diese Gattung zum...

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Karol Szymanowski (1882-1937): Sinfonie Nr.3 „Das Lied von der Nacht“ Op. 27 (1914-1916)

Der Komponist Karol Szymanowski hat sich lange Zeit auf den internationalen Konzertpodien nicht etablieren können. Eine Ursache dafür liegt vermutlich in dem wenig Handgreiflichen seiner Musik, ihrer stilistischen Vielsprachigkeit. Sie ist ein Spiegelbild seiner biographischen Heimatlosigkeit. Der Pole Szymanowski entstammt dem polnischen Landadelsgeschlecht, das sich gewissermaßen im dem allerhintersten Winkel Polens niederließ: Sein Geburtsort,...

Treppe. Foto: Martin Hufner 0

Arnold Schönberg – Späte Werke: Kol Nidre op. 39 · Dreimal tausend Jahre op. 50a · Psalm 130 op. 50b

1933, Schönberg war seit sieben Jahren als Leiter einer Klasse für musikalische Komposition an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin tätig, verfinsterte sich das politische Klima in Deutschland und Österreich zusehends in Schwarze. Der Nationalsozialismus lief jetzt nicht mehr unter dem Deckmantel einer biederen, reaktionär-revolutionären Sozialutopie, sondern verschaffte sich ganz offen – unter...

Foto: Hufner 0

Arvo Pärt: Te Deum / Trisagion

Einleitung Es fällt vielen schwer, Arvo Pärts Musik als genuin der neuen Musik zugehörig anzuerkennen. Dabei ist längst ungeklärt, was denn eigentlich neue Musik sein soll. Atonalität, Komplexität, Dissoziation gelten den meisten immer noch als verläßliches Charakteristikum der Zuordnung ins Feld musikalischer Innovation. Doch die Beschreibung der rein technischen Fakten genügt nicht. Die Musik...

Foto: Hufner 0

Franz Liszt: Les Préludes – Sinfonische Dichtung Nr. 3

Es gibt Kompositionen, denen man sich nicht mehr ohne ein Wort der Erklärung nähern kann, Kompositionen, die bis zu einem bestimmten Datum ein ganz “normales” Leben im Konzertsaal führten. Die 1854 fertiggestellte sinfonische Dichtung “Les Préludes” von Franz Liszt gehört zu diesen Werken. Sie ist plötzlich politisch enteignet und dadurch in einen neuen Zusammenhang...

Foto: Martin Hufner 2

Ludwig van Beethoven: Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria op. 91

Quirinus sagte in seinem Beitrag „Roll over Baghdad”, dass “auch Beethoven und andere hehre Herren … Soundtracks zum Krieg geschrieben” hätten. Dabei verweist er auf Beethoven op. 91: Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria. Das ist sicherlich nicht falsch. Aber es ist auch nicht ganz richtig. Ich erinnerte mich, einmal eine Einführung für...

Szene in Lichterfelde. Foto: Martin Hufner 0

Arnold Schönberg: Streichtrio op. 45 (1946)

Deutlich wird Schönbergs luzide Behandlung der Zwölftontechnik schließlich im Streichtrio op. 45. Ein Werk, dessen Entstehung Hanns Eisler so nacherzählt hat: „Schönberg hatte … 1946 einen tödlichen Herzanfall. Also muß ich sagen: er war tot. Durch eine Spritze in sein Herz wurde er noch einmal zum Leben erweckt, und mit Sauerstoffflaschen und mit sehr...

sphinx. Foto: Hufner 0

Benjamin Britten (1913-1976): Drittes Streichquartett op. 94 (1976)

Benjamin Britten ist nicht bekannt geworden durch seine Streichquartette. Vielmehr stehen im Zentrum seines Schaffens Vokalwerke wie die Oper „Peter Grimes“ oder das „War Requiem“. Die Gründe für das Schattendasein der Quartette liegen nicht in einer etwa mangelnden Qualität begründet. Vielmehr ist Brittens Musik auf den ersten Blick historisch zu spät an der Zeit....

Streichquartett. Foto: Martin Hufner 0

Arnold Schönberg (1874-1951): Streichquartett op. 30 (1927)

Es gibt kaum einen zweiten Komponisten neben Schönberg, dessen Produktion so viele musikalische Wandlungen erlebt hat. Schönbergs Streichquartette stehen an herausragenden Positionen seiner stilgeschichtlichen Entwicklung. Vor seinem dritten Streichquartett hatte Schönberg schon zwei Quartette komponiert, die in ihrer Art einzigartig waren: Das große, weit ausladende, die Viersätzigkeit in einen musikalischen Ablauf bannende und die...

Foto: Hufner 1

Hanns Eisler: Zeitungsausschnitte bis Ernste Gesänge

„Wir verehren Hanns Eisler als den bedeutendsten deutschen Komponisten der Arbeiterklasse.“ So beginnt Eberhardt Klemm 1973 sein Portrait Hanns Eislers. Luciano Berio hat dagegen 1988 gesagt: „Eislers Musik war von Grund auf dumm.“ Zeitlebens und posthum hat der Komponist Eisler mit Vorurteilen zu kämpfen gehabt, die seiner ästhetischen sowie politischen Haltung und schließlich auch...

Streichquartett. Foto: Martin Hufner 0

Ludwig van Beethoven: Streichquartette op. 18

Einführung Als sich Ludwig van Beethoven erstmals dem Komponieren von Streichquartetten zuwandte, hatte diese musikalische Gattung eine zwar kurze aber heftige musikgeschichtliche Entwicklung hinter sich. In der Mitte des 18. Jahrhunderts näherten sich zwei Komponisten an verschiedenen Orten der Komposition für zwei Violinen, Viola und Violoncello: Joseph Haydn in Wien und Luigi Bocherini in...

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