musikkritik.org Das Textlager

Engagiert sich in vielen Gremien: die Komponistin Charlotte Seither. Foto: privat 0

Die wichtigen Dinge lassen sich nicht vermessen – Ein Interview mit der Komponistin Charlotte Seither

Zwischen „Auftrag und unbändiger Lust“ beschreibt Charlotte Seither ihr Movens zum Komponieren. Neben der Arbeit an tönenden Gebilden ist sie in zahlreichen Gremien aktiv, unter anderem als Aufsichtsratsmitglied der GEMA. Martin Hufner traf Seither zum Gespräch über Neue Musik, Engagement und falsch verstandene Sozialromantik. neue musikzeitung: Wir sind hier ganz in der Nähe einer...

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Splitter Orchester und Felix Kubin eröffnen „Monat der zeitgenössischen Musik“

Der Monat der zeitgenössischen Musik wurde am Freitag mit einem Konzert des Spitter Ochesters Berlin und mit dem Live-Elektroniker Felix Kubin stilvoll im Berliner Heimathafen (Neukölln) eröffnet. Eröffnet ist dabei durchaus auch im übertragenen Sinn korrekt. Es war ein Konzert mit vielen offenen ästhetischen Ansätzen und daher in der Lage, ein Feld von Möglichkeiten...

Jakob Ullmann. Hinter der offenen Tür. Foto: Hufner 0

Bittere Leisigkeit: Jakob Ullmanns „Horos Metéoros“ in Berlin

Eine Oper ohne Szene, eine Oper ohne Musikerinnen – die Bühne leer, die Musikerinnen absent, wie soll das gehen? Kann das einen Sinn ergeben? Es kann. Man muss nur dieser an sich absurden Situation den entsprechenden Stoff vorlagern. Man muss die Dinge immer aus ihrem Urgrund entwickeln. Nicht sollte als selbstverständlich abschnurren. Wenn eine...

Zensurbericht zu Balthasar Graciáns „El Criticón“ 0

Zensur – ein missbrauchter Begriff in den aktuellen „Kunstdiskursen“

Man könnte meinen, man lebe in einem Land, in dem die Zensur zum alltäglichen Leben gehört. Gerade auch im Kulturbereich schwelt an vielen Ecken der vehemente Vorwurf, Kunst werde zensiert. Der Zensurvorwurf wird dabei auf breiter Front von Künstlerinnen, Institutionen (wie dem Deutschen Kulturrat), aber auch von Parteien (wie der AfD) erhoben. Was ist...

„,Atonale‘ Musik für alle“ – Musikalische Aktion in Berlin, paradox

Im Prinzip ist die Sache ganz einfach. Vor einiger Zeit kündigte die Deutsche Bahn an, mittels Musikeinsatzes für einen geräumten Platz an der S-Bahn-Station Hermannstraße in Berlin sorgen zu wollen. Obdachlose und Junkies stören das Bild einer sicheren und sauberen Stadt, so die Begründung. An eine Art Vergrämungsmusik war dabei gedacht. Bisherige musikalische Versuche...

Foto: Hufner

[Cluster] Förderpiraten

Seit einiger Zeit gibt es Fördermittel des Bundes über die „Initiative Musik“. Verglichen mit den Fördermitteln für die Filmindustrie sind die Etats echte Peanuts. Aber meistens hilft das den Antragsstellerinnen aus den Bereichen Jazz, Pop und Klassik ein wenig auf die Beine. In der letzten Förderrunde fand sich unter den Antragsstellerinnen aber auch der...

Theater Freiburg. Kontakt

Der Theater-Website-Check: Theater Freiburg

Erster Eindruck: aufgeräumt. Zweiter Eindruck: unbunt! Dritter Eindruck: plakativ und formalistisch. Vierter Eindruck: zu viel von zu wenig. Die Seite des Theaters Freiburg macht es einem nicht leicht, obwohl sie so „leer“ daherkommt. Man will sich auf das Wesentliche beschränken, einerseits (siehe Navigationsleiste mit nur vier Einträgen) und stellt die Typographie in den Vordergrund...

Newmusic Report

Link-Tipps 2018/07: Blogs und Reports

Ohne Blogs ist das Musikleben nur ein Irrtum, könnte man Friedrich Nietzsche paraphrasieren. Denn nach wie vor findet man hier häufig genug jene ehrenamtliche Erkenntnisschau, die sonst vom Geschäftssinn okkupiert wird. Natürlich nicht immer. Weder auf der einen wie der anderen Seite. Wenn Blogs aber wirklich inhaberinnengeführt sind, darf man sich freuen so wie...

Music for Hotel Bars – zwischen Gesamtkunstwerk und Muzak. Foto: Hufner

Nachschlag: Design & Bewusstsein

Der Besuch eines Konzertes kann ein Erlebnis sein, er kann auch Raum für Erfahrungen sein. Im besten Fall ist er beides. Im schlechtesten Fall ist er ein reines Event mit Klangbeteiligung bei Gästeanwesenheit. Nicht immer kann man das alles genau auseinanderhalten. Erste Szene: Ein Hotel in Berlin Mitte, Dienstag abends. Der Komponist Mark Barden...

Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei ihrer Begrüßungsrede. Foto: Martin Hufner

Kein Algorithmus, wo man mitmuss – Der 1. Musikwirtschaftsgipfel in Berlin als praktizierte Traumschlägerei

Der Anspruch war nicht gering. „Beim Musikwirtschaftsgipfel diskutierten am 14. Juni 2018 die 16 wichtigsten Verbände und Institutionen der Musikbranche öffentlich mit hochkarätigen Vertretern der Bundesregierung und Opposition.“ Großspurig, denn das Ganze fand ganz ohne Beteiligung des Deutschen Musikrates, ohne Beteiligung von Medienvertreterinnen oder Stellungnahmen seitens der musikpädagogischen Verbände statt. Da weiß man, was...

Fort / Da III mit dem Solistinnenensemble Kaleidoskop. Foto: Hufner

Komplizenschaft im Nebel – Das Solistenensemble Kaleidoskop im Berliner Radialsystem V

Das Solistenensemble Kaleidoskop bestreitet keine „normalen“ Konzerte. Es „performt“. Das heißt, es setzt seine Konzertdramaturgie fein abgestimmt auf die Werke und ihre Kombination im räumlichen und klanglichen Zusammenhang ein. Das geht mal schlechter auf, mal besser. Bei ihrem Abend „Fort / Da III – Unboxed (Clear Sky Remix) “ hat alles gestimmt. Wobei der...

Seelenmusik: Der Komponist Samuel Adler zu Gast bei „musica reanimata“. Foto: Hufner

Seelenmusik: Der Komponist Samuel Adler zu Gast bei „musica reanimata“

Man kann viel über neue Konzertformate nachdenken. Das ist gut. Man kann aber auch ganz einfach auf die Kraft der Sache und der Handlung setzen. Das Gesprächskonzert der Berliner Veranstaltungsreihe „musica reanimata“ am Donnerstag war so ein Glücksfall. In Person und Werk des amerikanisch-deutschen Komponisten Samuel Adler, mittlerweile 90 Jahre alt, wurde Musik- und...

Klänge in der Achtecksäule – Music for Hotel Bars, Part 1 (Mark Barden)

Es gibt ja momentan fast nichts, was nicht zum Konzertraum erklärbar wäre. Festivals finden in Turnhallen statt, Hallvernarrte gehen in die Kanalisation – und manche, man mag es kaum glauben, sogar noch in Konzertsäle. In der Tat, der Ton interessiert sich nicht in erster Linie für seine Umgebung, obwohl er erst durch sie in...

BVMI_ePaper_2017-21

[Cluster] Zwei Mio. für einen Star

Laut des aktuellen Berichts des Bundesverbandes Musikindustrie investieren die großen Plattenfirmen 500.000 bis 2 Millionen US-Dollar in den Aufbau eines Stars bis zu seinem Durchbruch. Stars werden gemacht. Unter anderem braucht man dazu zwar einen Künstler oder eine Künstlerin, aber in Bewegung und zum Erfolg führen ihn Tonmeister/-innen, Touren, Fotograf/-inn/-en und vor allem Promotion...

Kurz vor Redaktionsschluss verkündete der BVMI (im Bild: Geschäftsführer Florian Drücke) das Aus für den ECHO in seiner bisherigen Form. Foto: HufnerKurz vor Redaktionsschluss verkündete der BVMI (im Bild: Geschäftsführer Florian Drücke) das Aus für den ECHO in seiner bisherigen Form. Foto: Hufner

Kein Widerhall im schalltoten Raum – Die Krise des ECHO ist Zeichen einer Krise der Kultur

Auf den angeblich renommierten Preis der Musikindustrie unter dem Namen „ECHO“ prasselt gerade jede Menge Kritik ein. Da werden ECHOs zurückgegeben (Notos Quartet, Igor Levit, Marius Müller-Westernhagen, Chris­tian Thielemann, Daniel Barenboim), im ECHO-Beirat gibt es Rücktritte, auch Monika Rütters als Kulturstaatsministerin rügt die ECHO-Organisation für die Durchführung und Gestaltung des Preises. Selbst der Bundestagsausschuss...

Foto: Martin Hufner

Februar und April 1933: Ralph Benatzky

Ich bin voll auf Operette nun. Ein Buch über Kalman, das Tagebuch von Benatzky. Letzterer! Sehr gut zu lesen das Tagebuch. Natürlich für ‘mein’ Thema hochinteressant. Nach der Lektüre des nachstehenden Abschnitts sofort an Kraus gedacht, die „Dritte Walpurgisnacht.“ 1933, April. Na klar, sehen konnte niemand etwas, nicht wahr? Das ging erstaunlich schnell. Und...

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