Kurzkritik: Louis Andriessen, De Staat

Ein Hochwerk der repetitiven Musik aus den 70er Jahren. Mit viel Bläsern, etwas Bratschen und Gesang. Voll homophon und mit einem musikalischen Druck, den es in der repetitiven Musik selten gibt. Eine musikalische Abrechnung mit Platos Staat in knapp 35 Minuten. Ratatatata – und keineswegs so lieblich, wie man gemeinhin die sogenannte Minimalmusic kennt.

Interessant dabei auch, dass Andriessen dieses Stück als Beitrag zur Diskussion zum Stand der Musik in der Politik vestanden wissen will. Plato, mit seiner Angst vor einer Beschädigung des Gesellschaft (Gemeinschaft) durch Musik, wird aufs Korn genommen. “De Staat” ist zwar nicht direkt die Gesellschaft beschädigend. Angst vor der Musik – ein bisschen kann man sie auch beim Hören bekommen, dazu sollte man sie aber nicht zu leise hören.

Louis Andriessen: De Staat (Schoenberg Ensemble, Ltg: Reinbeert des Leeuw) – Nonesuch 7559 79251-2

Martin Hufner

Musikjournalist, Lektor, Fotograf.

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