CD-Mini-Reviews: Geir Lysne, Omar Sosa, Joni Mitchell, Johnny La Marama

Geir Lysne Listening Ensemble: Korall

Eine durchaus krude Platte mit einer Big-Band, die wenig gemein hat mit alten Sounds und dennoch nicht komplett durchgeknallt ist. Süffig mit chaotischem Anteil. Durchaus vergnüglichen Hören ist gewährleistet. Steile Soli – weiche Ausdünnungen. Manchmal mit einer sanften Dünnheit und Ruhe, wie sie so nordisch nur sein kann. Passt zum Bild im Booklet, darin ein Kopf aus dem Fjord-Wasser herausschaut.

  • Geir Lysne Listening Ensemble; Korall (Guest Sondre Bratland)
    ACT 9236-2
Omar Sosa: Ayaguna

Omar Sosa: Ayaguna

Omar Sosa: Ayaguna

Spannendes Duo des Pianisten Omar Sosa mit dem Perkussionsisten Gustavo Ovalles. Ohne Anbiederung frei im musikalischen Raum schwebend. Mal leicht, mal komplex. Ein Live-Concert, welches seine Spontaneität behalten hat.

  • Omar Sosa, Ayaguna
    Skip SKP 9034-2

Joni Mitchell: Travelogue

Dicke Doppel-CD mit großer Besetzung, darunter auch Jazz-Größen wie Herbie Hancock, Wayne Shorter oder Kenny Wheeler. Eine Musik kommt dabei raus, die ganz unterm Tonfall von Joni Mitchell steht – und irgendwie auch amerikanisch-selbstdistanziert zu sich selbst steht. Ich mag das ja, anderen mag das wehleidig erscheinen. Mindestens muss man ihrer vielleicht letzten Platte zugestehen, dass kein dummes Schlagzeug im Hintergrund rumdrummt. Da geht einem eher mal die Oboe auf den Geist. Nein, dass kein falscher Eindruck entsteht, ich habe sie meiner Schwester geschenkt und mir dann selbst nochmals nachgekauft. Absolut eine Musik für den Winter, wirklich. Und mit den im Booklet eingebunden Bildern so recht passend zur USA-Irak-Scheisse.

  • Joni Mitchell: Travelogue
    Nonesuch 79817-2

Johnny La Marama

Ein neues Werk aus dem Hause meta records, die unlängst nach Berlin umgezogen. Leider haben sie ihr schönen Booklet-System aufgegeben. Graphisch war es hocheindrucksvoll. Nun leider das Jewel-Case. Leider. Doch zur Musik: Chris Dalgren (bass), Kalle Kalima (guitar) und Eric Schaefer (drums) zeigen auf dieser Scheibe, dass man immer noch mit guten Gründen “frei” spielen kann. Das Trio spielt neun durchaus recht unterschiedliche Tracks ein, deren Beziehung zwischen frei und gebunden schwer zu durchschauen ist. Es ist also die Musik nicht einfach “schräg”, aber sie ist eben auch nicht so billig totarrangiert. Beschreiben fällt wirklich schwer. Man spürt aber eben doch in jeder Faser, dass es Triomusik auf höchstem Niveau ist, die zudem auch neu klingt. Aber, ich kenne ja auch nicht alle Musik der Welt.

  • Johnny La Marama
    meta records 015 – Metarecords
    (da gibts auch mehr Infos zu Gruppe und Musik – anfangs fand ich die Idee gut, es im Booklet mit dem Verweis zu halten, heute find ich es ein wenig schade, meine Meinung)

Martin Hufner

Musikjournalist, Lektor, Fotograf.

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