Der Theater-Webseitencheck: Theater Chemnitz

Auf weißem Fond stellt sich das Theater Chemnitz im Netz seinen Besuchern vor. Feine graue Linien begrenzen den Auftritt, der das Auge nicht überfordert. Ein Seitenkopf beinhaltet die wichtigsten Navigationselemente sowie eine Slideshow aus aktuellen Produktionen. Darunter geht es zweispaltig weiter. In der linken Navigationsspalte werden die vier Sparten sowie weitere Schwerpunkte oder Informationslinks (Sponsoren et cetera) aufgelistet. Das Suchfeld ist – etwas unüblich und unbequem aufzufinden – unter dieser Liste. In der breiten Hauptspalte wird man auf dem Stand des aktuellen Geschehens gehalten: „Unsere nächsten Vorstellungen“ sowie „Aktuelles aus den Häusern“. Insgesamt ist diese Art der Präsentation erprobt und oft im Netz zu sehen.

Die Theater Chemnitz. Website 2014

Die Theater Chemnitz. Website 2014

Die konventionelle Gestaltung kommt der einfachen Orientierung im System sehr entgegen. Gleichwohl fehlt der Pfiff. Die Grauverläufe in der oberen Navigationsleiste wirken ein bisschen gestrig altbacken, der Platz in der Hauptspalte nach unten ein wenig leer und ungenutzt. Für Neugier sorgt man so nicht. Die erwähnten Sponsoren in der schmalen linken Spalte wird es freuen, denn die fallen umso mehr auf. Dabei bietet das Theater einiges an, was dann in eigenen Produkten wie der „Theaterzeitung“ zum Download oder in dem „Theatermagazin Szene“ (als Video) vorliegt und die Aktivität des Hauses untermauert.

Angebot mit Potenzial

Wie tief das Angebot des Theaters Chemnitz nämlich wirklich geht, sieht man beim Klick auf die Navigationsleiste links. Unter dem Button „Oper“ tun sich allein 18 neue Menüpunkte auf: von „Premieren“ bis zu „Preise und Auszeichnungen“. Ruft man bei Interesse eine Produktion auf, findet man alle wichtigen Informationen, jetzt dreispaltig: Rechterhand Video-Teaser (falls vorhanden), Galerie, Besetzung und das Inszenierungsteam, in der Mitte Informationen zum Stück. Am Ende dann Pressestimmen. Bei diesen öffnet sich eine neue Seite: Etwas umfangreich wird dort zitiert und teilweise die Quelle im Original verlinkt. Die Video-Einspielungen sind von artgenossen.tv produziert und leider nicht immer unbedingt vorteilhaft wie bei „Don Giovanni“, wo die Tempo-Diskrepanzen zwischen Gesang und Orchester teilweise sehr deutlich zu hören sind. Auch ist die Tonaufnahme nicht besonders gut – das wirkt ein wenig unglücklich, das geht besser.

Es wäre sicher nicht ganz falsch, bei der Gestaltung der Website eine gewisse Vereinheitlichung anzustreben, so dass man in keine Sackgasse läuft oder das Gefühl bekommt, an einer ganz anderen Stelle gelandet zu sein als beabsichtigt; es muss aber auch zugestanden werden, dass die Masse an Hintergrundinformationen nicht ganz einfach zu strukturieren ist.

Natürlich können Eintrittskarten auch im Theater Chemnitz online bestellt werden. Der Anbieter, der dies abwickelt, sitzt in Österreich und heißt „jet ticket“ (zu deren Kunden unter anderem auch die Salzburger Festspiele gehören). Es erklärt sich von selbst und funktioniert solide über eine sichere Internet-Verbindung. Ein Hinweis auf die Bezahlmöglichkeiten zu Beginn des Bestellprozesses wäre aber nicht von Schaden. Ansons-ten muss man sich zuerst registrieren, bevor man die Wahl zwischen Lastschriftverfahren (SEPA) und Kreditkarte hat. (Ein bisschen kurios die Auswahl bei der Anrede – unter anderem „Sir“ und „Praxisgemeinschaft“). Die Möglichkeit, die obligatorisch anzugebenden Daten wieder zu löschen, konnte nicht entdeckt werden. Dies dürfte rechtlich problematisch sein.

Ansonsten scheint die Seite datenschutztechnisch in Ordnung zu sein. Ein Hinweis darauf, dass die Nutzung mit Google Analytics aufgezeichnet wird, erscheint im Impressum. Nett wäre es aber, wenn aufgezeigt würde, wie man dies auch unterbinden kann.

Das Theater betreibt auch eine Fanseite bei Facebook (ca. 2.300-2.400 Fans), ist jedoch sonst nicht in den sozialen Netzen aktiv. Für die Nutzung auf dem Smartphone ist die Website nicht optimiert. Potenzial für die Zukunft ist vorhanden, man darf sich noch einiges erhoffen.

www.theater-chemnitz.de


Zuerst erschienen in: Oper & Tanz 2014/03

Martin Hufner

Musikjournalist, Lektor, Fotograf.

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